Dos críticas sobre «Callejón con salida»

Salieron dos críticas  sobre Callejón con salida, en Francia en Evène de Audrey Rémond, en Alemania en Deutschlandradio de Uwe Stolzmann.

Evene, de Audrey Rémond en franςais

Deutschlandradio, Uwe Stolzmann auf deutsch (Radiobericht hier)

Evene, de Audrey Rémond

Avec ce recueil de nouvelles, douze au total, Elsa Osorio nous invite à un voyage en eaux troubles, des plus abyssales parfois, traversé par l’exil, la disparition, la perte d’identité, la folie… Un voyage peuplé d’individus habités par la peur ou l‘angoisse, que nul océan, nulle forteresse érigée en eux-mêmes ne sauraient enfouir à jamais. Empruntant tour à tour des voies oniriques, fantastiques ou réelles, l’auteur, parfait funambule, se maintient en équilibre, au plus près de ses personnages et de leurs âmes meurtries. Et ces êtres de papier de devenir, sous sa plume, quasi êtres de chair, frissonnants de souffrance et de solitude. Pourtant, au fil de pages où s’égrènent des existences qui, tel le ressac, se brisent contre des souvenirs brumeux, s’échouent contre des spectres menaçants, l’espoir demeure. Voilà pourquoi, plus que de s’évanouir dans le silence, les fins de récits sont teintées d’un camaïeu de résilience, et parfois de pardon. Parmi les textes écrits aux heures les plus sombres de la dictature en Argentine, ou deux décennies plus tard, sans doute préférera-t-on ceux où l’Histoire s’invite, même voilée. Pour leur intensité, et le dialogue qui se creuse en chaque personnage, pris entre deux consciences. Porté par une écriture toute en finesse, ’Sept nuits d’insomnie’ est un voyage des plus étranges, au parfum envoûtant, d’où l’on revient, toujours…

Deutschlandradio, de Uwe Stolzmann

Elsa Osorio hat ihr großes Thema gefunden: die letzte argentinische Militärdiktatur. In zwölf Geschichten ergründet sie in ihrem neuesten Werk ein ganzes Spektrum an Verbrechen und Traumata – aus Täter- und aus Opfersicht.
Die Schriftstellerin Elsa Osorio, geboren 1952 in Buenos Aires, hat ihr großes Thema gefunden wie auch eine bestimmte Art, darüber zu schreiben. Das Thema ist die letzte argentinische Militärdiktatur (1976-1983). Für die Darstellung nutzt die Erzählerin jene Mittel und Methoden, die sie für ihre Drehbücher verwendet: klar gezeichnete Figuren, Schnitte, Perspektivwechsel, Dramatisierung. Osorios Bestseller «Mein Name ist Luz» (1998, deutsch 2000) beschrieb an einem Einzelschicksal ein besonderes Vergehen des Regimes, den hundertfachen Babyraub. In ihrem jüngsten Werk, einer Sammlung Kurzprosa, ergründet die Verfasserin ein ganzes Spektrum an Verbrechen und Traumata, wobei sie die Diktatur von beiden Seiten beschreibt – aus Sicht der Opfer und der Täter.
Zwölf Geschichten, eine unheimlicher als die andere: Eine Frau kann neben einem fremden Toten, einem Jungen, der aus Liebe Selbstmord beging, endlich um ihre «verschwundenen» Kampfgefährten weinen. Ein ehemaliges Folteropfer, Laura, trifft in Spanien auf einen Schergen des Regimes und will ihn vergiften. Ein Protagonist namens Marcos begegnet bei einer Bahnfahrt jenem Landsmann, dem er in den Siebzigern das Leben rettete. Marcos «verlor» damals seinen Pass; ein Guerillero floh mit diesem Pass ins Exil. «Vaterliebe, Vaterlandsliebe» ist der Monolog eines Ex-Geheimdienstlers, der seinen Sohn als Lockvogel missbrauchte, um dessen linke Freunde zu verhaften. Noch heute spricht dieser Vater von «Abschaum» und «Pflicht».
In zwei Texten geht es erneut um Babyraub: «Mónicas Film» skizziert die Geschichte einer Frau, die sich von ihrem Geliebten, einem regimetreuen Kommissar, das Kind ermordeter «Staatsfeinde» unterschieben ließ. Und «Duda» («Zweifel») handelt von Kidnapping in heutiger Zeit: Studenten entführen die Tochter eines gut situierten Paars, sie wollen Lösegeld erpressen. Die Jugendlichen sehen sich als Rebellen; aufs Schärfste verwahren sie sich gegen Vergleiche mit Tätern aus dem «Repressionsapparat der Diktatur».
Elsa Osorio schildert die Folgen des Regimes, die dauerhaften Schäden – nur wenige Figuren entdecken einen Ausweg aus ihrer biografischen Sackgasse. Die Geschichten sind spannend und anschaulich. Doch verglichen mit den Prosaarbeiten anderer Argentinier zum selben Thema haben einige Texte etwas Vordergründiges. Osorio vereinfacht, trivialisiert, ihr Bild der Diktatur bleibt häufig schwarz-weiß. Klischees stören, auch auf stilistischer Ebene: Einer Figur stockte das Herz, sie erstarrte, zitterte wie Espenlaub etc.
Bisweilen allerdings findet die Autorin zu einem berührend literarischen Ton und zu eindringlichen Metaphern. Ein Polizist erwähnt, dass die Wände von Folterzellen weiß gestrichen wurden, immer wieder spricht er davon, obsessiv; die Autorin übersetzt die geweißten Wände in «übertünchte Schreie». Und treffend beschreibt sie an anderer Stelle den Beginn einer für die Opfer so typischen posttraumatischen Störung: «Am Anfang waren es nur Bilder, der Deckel ihres Gedächtnisses war ohne ihre Erlaubnis aufgesprungen …»
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